Ausstellung zum Jubiläum: 185 Jahre seit Erfindung der Farbtube.
EIN und AUS. BLICKE. Landschaftsmalerei aus vier Jahrhunderten.
Vom 19. Juli Bis 25. Oktober 2026
Ausstellungseröffnung: 18. Juli 2026, 17 Uhr
Im Jahr 1841 legte der Rostocker Kunstverein seinen ersten Bericht vor: Zur Förderung der Kunst hatte die illustre Gesellschaft neunzehn Gemälde angekauft, unter sich verlost und vierzehn Gewinner konnten sich über ein Landschaftsgemälde freuen. Noch wusste wohl niemand, dass John Goffe Rand gerade sein US-Patent für die erste verschließbare Bleitube für Farben erhalten hatte. Niemand ahnte, mit was für einem Tempo sich eben diese Landschaftsmalerei durch die revolutionierende Idee der Farbtube ändern würde.
Einer der Protagonisten des Kunstvereins, der Arzt Dr. Georg Wilhelm Detharding (1797-1882), ging bei der ersten Verlosung leer aus, doch am Ende seines Lebens schenkte er der Städtischen Kunstsammlung 66 Gemälde – die Hälfte mit Landschaftsdarstellungen. Durch Schenkungen und Ankäufe kamen weitere Kunstwerke aus vier Jahrhunderten der Landschaftsmalerei hinzu.
Den Anfang machte die sakrale Kunst, die Landschaft blieb im Hintergrund. Nach und nach wurden die biblischen Szenen kleiner: So wird das biblische Thema „Die Auffindung des Moses“ vom flämischen Künstler Coninxloo in eine imposante „Weltlandschaft“ platziert. Die Natur selbst inspirierte die Künstler zur Zeit des Goldenen Zeitalters der niederländischen Malerei eine ganz eigene Bildgattung zu kreieren – die Landschaftsmalerei per se. Ein glückliches Leben in idyllischer Natur – das war das mythische Arkadien der Antike. Immer wieder verwandelten Künstler die Sehnsuchtsorte des fernen Südens und später auch des Nordens in arkadische Landschaften.
Fernweh oder Heimweh – Landschaften faszinierten und prägten die Menschen: „eine venezianische Ansicht von Canaletto“ erwarb der Kunstverein 1867. Am Ende des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts sahen europäische Künstlerinnen und Künstler ihre Landschaft mit neuen Augen, malten im Freien, wobei tragbare Staffeleien und Farbkästen genauso wichtig waren wie die ihren unaufhaltsamen Siegeszug antretende Farbtube. Auch die Mitglieder der Schwaaner und Ahrenshooper Künstlerkolonie fanden wie ihre französischen Vorbilder ihre Motive nun in der freien Natur.
Die Ausstellung wird ca. 60 Landschaftsgemälde präsentiert. Einige Kunstwerke können nach jüngst stattgefundenen Restaurierungen erstmals wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden. Last but not least stellen wir als Ausblick das gut 200 Kilogramm schwere, 1,56 m hohe und 2,04 m breite Mondscheingemälde von Maximilian Schmidt vor, einer der verborgenen Schätze, die sonst noch im Depot schlummern, für deren Wiederentdeckung und Neupräsentation wir im Stillen tätig sind.
Kuratorin & Text: Dr. Susanne Knuth


15. November bis Mitte Februar 2027
Ausstellungseröffnung 14. November 2026
Was wäre eine Stadt ohne Verbote? Die Ausstellung erzählt wie Vorschriften, Tabus und soziale Regeln das urbane Leben formten - und was ihre Geschichte über uns heute verrät. Sie führt durch Jahrhunderte städtischer Ordnung und Unordnung. Anhand von Originaldokumenten, Alltagsobjekten und Geschichten zeigt sie, wie Verbote das Zusammenleben strukturieren - und wie Menschen sie immer wieder hinterfragen, umgehen oder verändern.
29. März bis 28. Juni 2026
Ausstellungseröffnung 28. März 2026

Von den Michaelisbrüdern bis zum Internet. Die Ausstellung erinnert an den Druck des ersten Buches mit beweglichen Lettern in Rostock vor 550 Jahren und zeigt die Entwicklung der Stadt zum bedeutenden Medienstandort Norddeutschlands. Seit der Gründung der Druckerei der Michaelisbrüder 1476 entstand eine reiche Buchdrucktradition. Trotz der Schließung durch den Einfluss Martin Luthers blieb Rostock ein Zentrum für Drucker und Verlage, die ihre Werke in den gesamten Ostseeraum exportierten. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt zudem zum Ursprung der ersten Zeitungen Mecklenburgs – ein Erbe, das bis heute nachwirkt.
Führungen durch die Sonderausstellung
Donnerstags┃17:00 Uhr
02.04.┃09.04.*┃16.04.┃23.04.┃30.04.┃07.05.┃14.05.┃21.05.┃28.05.┃04.06.┃11.06.┃18.06.┃25.06.┃
Sonntags ┃11:00 Uhr
29.03.*┃19.04.┃21.06.┃28.06.*
Samstags ┃16:00 Uhr
25.04.*
*mit Kurator und Museumsleiter Dr. Steffen Stuth
Öffentliche Workshops
"Buchbinden für Einsteigerinnen und Einsteiger"
19. April & 21. Juni┃14 - 16 Uhr ┃ je 6€ ┃Anmeldung unter Helena.Ruff@Rostock.de

Fortbildung für Lehrkräfte 13. April ┃ 15:00 Uhr
Anmeldung IQ-MV https://ogy.de/ZA-NB-139-26
Buchbare Workshops
"Lesezeichen selbst gestalten" bis Jahrgangsstufe 6
"Buchbinden für Einsteigerinnen und Einsteiger" ab Jahrgangsstufe 6
die WS bestehen aus einem theoretischen und einem praktischen Teil
Anfrage unter Helena.Ruff@Rostock.de┃ca. 90 Minuten┃max. Gruppengröße 12 SuS ┃je 3€
Für Sekundarstufe II
"Von der Druckerpresse zum Algorithmus – Medien, Macht und Wissen im Wandel"
Anfrage unter Helena.Ruff@Rostock.de┃ca. 90 Minuten┃max. Gruppengröße 25 SuS ┃es entstehen keine Kosten
Jubiläum „550 Jahre Buchdruck in Rostock“
550 Jahre Buchdruck in Rostock! Diesen Anlass feiern die Universitätsbibliothek und die Evangelisch-methodistische Kirche Rostock, die heute zusammen das „Michaeliskloster“ bewohnen gemeinsam vom 23. bis zum 26. April 2026 und Sie sind herzlich eingeladen!

Vorträge, Workshops und Führungen in der MICHAELISKIRCHE
Grafik. Eine Frage der Form
Teil 4 / Von Scheiwe bis Wiethüchter
VERSCHOBEN: Ausstellungseröffnung Frühjahr 2027
Mit der Grafik bot sich avantgardistischen Künstlern am Anfang des 20. Jahrhunderts eine Schleuse, die Flut der überwältigenden Eindrücke in Bilder zu bannen. Die Künstler und ihre Experimente rückten in den Fokus der Aufmerksamkeit. Von den Einen geliebt, von den Anderen gehasst: die Grafik erlangte eine vorher nicht gekannte Bedeutung.
Im Nachlass des Kunsthändlers Bernhard A. Böhmer befinden sich 581 Grafiken. In der Ausstellungsserie »Rostocks Klassische Moderne: ›Entartete Kunst‹ aus dem Nachlass des Kunsthändlers Bernhard A. Böhmer« werden erstmals alle Blätter der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Ausstellung »Grafik: Eine Frage der Form« beleuchtet die Phänomene der künstlerischen Grafik in der Klassischen Moderne und gliedert sich in 4 Teile. In den ersten drei Hängungen wurden 197 grafische Blätter von 55 Künstlern präsentiert. Der 4. Teil der Ausstellung präsentiert 60 Werke von 12 Künstlern: Von Walter Scheiwe bis Gustav Wiethüchter.
Kuratorin: Dr. Susanne Knuth
Katalog GRAFIK: EINE FRAGE DER FORM, 16,00 €
Leporello Max Thalmann , 2,50 €
07. September 2025 – 04. Januar 2026
Ausstellungseröffnung 06. September, 17:00 Uhr
Mit der Ausstellung widmet sich das Kulturhistorische Museum Rostock einem Abschnitt der Stadtgeschichte, der bis heute das Stadtbild prägt und das kollektive Gedächtnis bewegt. Die Jahre zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem politischen Umbruch 1989/90 waren von tiefgreifenden Umwälzungen, großen Ambitionen und widersprüchlichen Entwicklungen geprägt. Die Ausstellung zeigt, wie sich Rostock von einer zerstörten Stadt zu einem bedeutenden Industrie- und Hafenstandort der DDR entwickelte – und wie sich dieser Wandel auf das Leben der Menschen auswirkte.
Der Wiederaufbau begann unmittelbar nach Kriegsende. Unter sowjetischer Kontrolle entstand neue Ordnung, neue Verwaltung, neues Leben. Mit dem Ausbau der Planwirtschaft wurde Rostock zur Bezirksstadt erklärt, zum Zentrum für Schiffbau, Handel, Bildung, Wissenschaft und Sport. Die politischen Vorgaben bestimmten fortan das Stadtbild ebenso wie das soziale Gefüge. Moderne Wohnsiedlungen entstanden, neue Arbeitsplätze in den Werften und Betrieben, der Überseehafen verband die DDR mit der Welt – zumindest symbolisch.
Doch neben diesen Fortschritten erzählt die Ausstellung auch von der Kehrseite der Entwicklung: von Repression, Gleichschaltung, der Marginalisierung des Alten zugunsten des Neuen. Von persönlichen Schicksalen, politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Spannungen. Sie beleuchtet das Spannungsverhältnis zwischen staatlicher Kontrolle und individueller Hoffnung, zwischen sozialistischem Ideal und gelebtem Alltag.
„40 prägende Jahre“ bietet einen Blick auf die jüngere Geschichte Rostocks – zugänglich, informativ und emotional berührend. Die Ausstellung lädt dazu ein, sich mit dem Wandel dieser vier Jahrzehnte auseinanderzusetzen, die bis heute in vielen Bereichen der Stadt und ihrer Menschen nachwirken.



Begleitprogramm
(Änderungen vorbehalten)
Donnerstagsführungen┃17:00 Uhr
11.09.┃18.09.┃25.09.┃16.10.┃23.10.┃30.10.┃06.11.┃13.11.┃20.11.┃27.11.┃
04.12.┃11.12.
Sonntagsführungen┃11:00 Uhr
07.09.*┃26.10.┃30.11.┃04.01.2026*
*Kuratorenführungen
Fortbildung für Lehrkräfte┃13.10.┃16:00 – 18:00 Uhr
Anmeldung über das Portal des IQ-MV
Führungen oder Workshops für Schülerinnen und Schüler
auf Anfrage: Helena.Ruff@Rostock.de
Ein Jahr der Extreme im Fokus einer neuen Ausstellung
Ausstellungseröffnung 12. April, 17:00 Uhr
13. April – 24. August
Rostock, 1945 – ein Jahr, das von Zerstörung, Umbruch und Hoffnung geprägt war.
80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs widmet das Kulturhistorische Museum Rostock diesem bewegten Abschnitt der Stadtgeschichte eine Sonderausstellung. Unter dem Titel „Rostock 1945. Zwölf Monate zwischen Krieg und Neuanfang“ wird die Zeit vom Kriegsende bis zum vorsichtigen Neubeginn beleuchtet.
Die Ausstellung thematisiert die letzten Monate des Krieges, als die Stadt noch in den Trümmern der Bombenangriffe lag und NS-Propaganda das Durchhalten forderte, ebenso wie die chaotische Nachkriegszeit mit ihrer Mischung aus Unsicherheit, Gewalt und neuen Perspektiven.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Zeitzeugenberichten. Im Rahmen eines öffentlichen Aufrufs wurden Menschen gefunden, die ihre persönlichen Erinnerungen an das Jahr 1945 teilten. Ihre Erlebnisse zeigen, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen dieser Umbruchzeit waren – für manche geprägt von Angst und Verlust, für andere von Befreiung und Hoffnung.
Zusätzlich haben Schülerinnen und Schüler des CJD Jugenddorf-Christopherus Rostock Beiträge für eine Schülerzeitung verfasst, in welchen sie sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit den Themen Krieg und Neuanfang auseinandersetzen.
Mit „Rostock 1945“ schafft das Kulturhistorische Museum eine Erinnerung an ein prägendes Jahr der Stadtgeschichte. Die Ausstellung macht erlebbar, wie tief die Ereignisse von Krieg und Neubeginn das Leben der Rostockerinnen und Rostocker damals beeinflussten – von den Herausforderungen des Wiederaufbaus bis zu den Hoffnungen auf eine neue Zukunft. Gleichzeitig regt sie dazu an, die Auswirkungen dieser Zeit auf die heutige Stadt und ihre Gesellschaft zu reflektieren und das Bewusstsein für die historische Identität Rostocks zu schärfen.



ROSTOCKS KLASSISCHE MODERNE: »ENTARTETE KUNST« AUS DEM NACHLASS DES KUNSTHÄNDLERS BERNHARD A. BÖHMER

27. Oktober 2024 bis 19. Januar 2025
Mit der Grafik bot sich avantgardistischen Künstlern am Anfang des 20. Jahrhunderts eine Schleuse, die Flut der überwältigenden Eindrücke in Bilder zu bannen. Die Künstler und ihre Experimente rückten in den Fokus der Aufmerksamkeit. Von den Einen geliebt, von den Anderen gehasst: die Grafik erlangte eine vorher nicht gekannte Bedeutung.
Im Nachlass des Kunsthändlers Bernhard A. Böhmer befinden sich 581 Grafiken. In der Ausstellungsserie »Rostocks Klassische Moderne: ›Entartete Kunst‹ aus dem Nachlass des Kunsthändlers Bernhard A. Böhmer« werden erstmals alle Blätter der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Ausstellung »Grafik: Eine Frage der Form« beleuchtet die Phänomene der künstlerischen Grafik in der Klassischen Moderne: In vier Hängungen werden 257 grafische Blätter von 67 Künstlern präsentiert. Der 3. Teil der Ausstellung »Grafik: Eine Frage der Form« präsentiert 61 Werke von 18 Künstlern: Von Carlo Mense bis Edwin Scharff.
Kuratorin: Dr. Susanne Knuth
Katalog GRAFIK: EINE FRAGE DER FORM, 16,00 €
Leporello HENRY MOORE, 2,50 €
Eingeprägt. Siegel und Wappen aus Rostock und Mecklenburg
01. Februar bis 30. März 2025
Früher waren sie allgegenwärtig. Heute kennen wir sie noch als Stempel auf wichtigen Papieren. Siegel, Stempel und Marken sowie die auf ihnen abgebildeten Wappen sind wichtige Quellen für die historische Forschung. Man findet sie in Archiven, aber auch in den Sammlungen der Museen. Dennoch sind sie selten in Ausstellungen zu sehen, hängen Siegel und Siegelabdrücke doch oft an empfindlichen Urkunden oder sind auf Papieren befestigt. Siegelstempel sind klein und seitenverkehrt geschnitten. So sind sie schlecht zu entziffern.
Das Kulturhistorische Museum Rostock verfügt über eine große Anzahl von Siegelstempeln, Siegelabdrücken und Marken aus zehn Jahrhunderten, vorrangig aus Mecklenburg und Rostock. Eine Auswahl wird in dieser Ausstellung erstmals vorgestellt.



„ICH, CHRISTIAN I. LOUIS -
Der Rostocker Große Atlas und ein Bild von der Macht“
7. Juli bis 6. Oktober 2024
Das Kulturhistorische Museum Rostock präsentiert in der Sonderausstellung eines der größten historischen Bücher weltweit und den Auftraggeber Christian I. Louis, eine der spannendsten mecklenburgischen Persönlichkeiten des 17. Jahrhunderts.
„ICH, CHRISTIAN I. LOUIS -
Der Rostocker Große Atlas und ein Bild von der Macht“
Vom 7. Juli bis 6. Oktober 2024 präsentiert das Kulturhistorische Museum Rostock eines der größten und bedeutendsten Bücher der Welt in einer eigens dafür konzipierten Ausstellung.
Der Rostocker Große Atlas ist einer von drei sogenannten ‚Riesenatlanten‘, die im 17. Jahrhundert im Verlag des berühmten niederländischen Kartographen und Kupferstechers Joan Blaeu (1596-1673) entstanden. Das drittgrößte Buch der Welt misst 1,66 m x 1,02 Meter. Er enthält 32 aufwändig gestaltete Karten und ist damit eine der bedeutenden Quellen für die Geowissenschaften und für die Geistes- und Kulturwissenschaften.
Sonntag, jeweils 11.00 Uhr
7. Juli, 21. Juli, 4. August, 18. August, 1. September, 15. September, 29. September, 6. Oktober
Donnerstags, jeweils 17.00 Uhr
11. Juli, 18. Juli, 25. Juli, 1. August, 8. August, 15. August, 22. August, 22. August, 29. August, 5. September, 12. September, 19. September, 26. September
13.08.2024, 18.00 Uhr
Der mecklenburgische Hof unter Christian I. Louis
Dr. Steffen Stuth, Kulturhistorisches Museum Rostock
27.08.2024, 18.00 Uhr
Von Pferden, Formeln und höfischer Erziehung: Herzog Christian I. Louis und seine Bücher
Annika Bostelmann / Christiane Michaelis, Universitätsbibliothek Rostock
10.09.2024, 18.00 Uhr
Der Rostocker Große Atlas – ein Gigant unter den Atlanten
Cornelia Chamrad, Universitätsbibliothek Rostock
24.09.2024, 18.00 Uhr
Christian I. Louis und der Rostocker Große Atlas im Film (Filmvorführung)
Moderation: Regine Elhs, Universitätsbibliothek Rostock / Marcus Müller, IT- und Medienzentrum der Universität Rostock
Öffnungszeiten: Di – So, 10.00 – 18.00 Uhr
Keine Voranmeldung, Teilnahme an der Führung für Erwachsene 3€, Kinder frei, Eintritt ins Museum frei.Fragen? E-Mail an: Helena.Ruff@rostock.de oder kulturhistorisches.museum@rostock.de
Ob Fußgänger oder Droschkenkutscher, ob Pferdebahn oder Omnibus - Stadtbildfotografien des alten Rostock erzählen vom lebhaften Verkehr auf den Straßen der Stadt. Dominieren auf den frühesten Aufnahmen noch Pferde, Fuhrwerke und Kutschen das Straßenbild, so tauchen bald schon die Pferdebahn und das Fahrrad auf, um bald darauf von der elektrischen Straßenbahn, dem Bus und dem Automobil abgelöst zu werden.
Nach den Ausstellungen "Auf offener Straße" und "Rostock geschäftig" nimmt dieser dritte Ausstellungsteil ein weiteres Mal die oft übersehenen Details am Rande der historischen Fotografien unter die Lupe. Der fotografische Blick auf das sich rasant wandelnde Bild des Straßenverkehrs der letzten 150 Jahre eröffnet ein spannendes Stück Rostocker Kulturgeschichte.
Gezeigt werden Aufnahmen aus der Fotosammlung des Kulturhistorischen Museums Rostock, ergänzt durch wertvolle Leihgaben aus privaten Sammlungen.
Zur Ausstellung erscheint im Hinstorff-Verlag ein reich bebilderter Katalog.
10. März 2017 – 11. Juni 2017
Mitte des 19. Jahrhunderts wuchsen die Städte über ihre Mauern hinaus. Mit dem Entstehen der Bahnhöfe verloren die Wälle ihre Funktion und verschwanden allmählich. Auch Rostock dehnte sich ab 1850 nach Westen und Süden aus. Vor dem Steintor wuchsen anstelle von Gärten und Ackerbürgerhäusern Häuser zum Wohnen. Aus Feldwegen wurden Straßen. Schon bald zierten erste prächtige Villen die Neue Wallstraße. Mit der Eröffnung des Lloyd-Bahnhofs 1886 begann dann die Entwicklung einer Vorstadt aus bürgerlichen Villen und Wohnungen an breiten, großzügigen von Bäumen gesäumten Straßen und Plätzen. Um 1900 lebten in der neuen Steintor-Vorstadt bereits 6.970 Menschen in 784 Häusern. Aus dem Raum vor dem Steintor wurde das teuerste Viertel Rostocks.
Die Ausstellung des Kulturhistorischen Museums Rostock widmet sich erstmals der Vorstadt im Süden. Sie lädt ein zu einem Spaziergang durch die im Wachsen begriffenen Straßen. Historische Fotografien und Dokumente bilden den Hintergrund für eine Reise in die Gründerzeit um 1900. Geschichten und Erinnerungen von Bewohnern und Besuchern ergänzen den Blick auf das Leben in den Villen und Wohnungen Rostocker Bürger und lassen die Vorstadt lebendig werden.
7. Juli 2017 – 5. November 2017
Aus Anlass der Feiern zum 500. Jubiläum der Reformation präsentiert das Kulturhistorische Museum Rostock eine Ausstellung zur Geschichte der Reformation. Sie thematisiert nicht nur die Ereignisse der Reformation in Rostock und Mecklenburg, sondern auch die damit verbundenen kulturellen und religiösen Austauschprozesse. Eine Rolle spielen das kirchliche und religiöse Leben und der Glauben vor der Reformation, die Entwicklungen, die zu den Umbrüchen und Veränderungen führten und die Entwicklung der Landeskirche in Mecklenburg seit der Mitte des 16. Jahrhunderts. Somit entsteht ein Gesamtblick auf die vielfältigen religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Prozesse im 16. und 17. Jahrhundert, die unter dem Begriff der Reformation und ihrer Folgen zusammengefasst werden können.
Rostock war nicht nur das geistige Zentrum der Reformation in Mecklenburg, sondern wurde schon in den 1520er Jahren zu einem außerordentlichen Multiplikator reformatorischen Gedankengutes. Dies ist einem der ersten evangelischen Prediger in Rostock zu verdanken – Joachim Slüter. Er gab bereits 1525 ein evangelisches Gesangbuch und 1526 ein Gebetbüchlein heraus, die, beide in niederdeutscher Sprache abgefasst, die ältesten Zeugnisse ihrer Art überhaupt sind. Vor allem das Gesangbuch wurde zu einem Bestseller und weit über die Grenzen Mecklenburgs verbreitet. Kirchenlieder aus Rostock prägten den evangelischen Gemeindegesang in Schweden und Dänemark, aber auch in England und Lettland und in vielen Territorien des Reiches. Hier wirkten seit der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts Persönlichkeiten wie David Chyträus und Johann Quistorp d. Ä. oder Johann Friedrich König, Heinrich Müller oder Theophil Großgebuer, die das Luthertum auch über die Reichsgrenzen prägten und Rostocker Einflüsse über die Ostsee nach Skandinavien ausstrahlen ließen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
24. November 2017 bis 4. März 2018
Das Ausstellungsjahr im Kulturhistorischen Museum Rostock wird 2017 mit einer Ausstellung zur Alltagsgeschichte der DDR abgeschlossen.
Mit „Von Ata bis Zentralkomitee. DDR -Alltag in Objekten“ präsentiert das Museum einfache und bekannte und weniger bekannte Objekte aus dem Alltagsleben in der DDR und erzählt anhand dieser Beispiele aus der Geschichte des DDR-Alltags zwischen Privatheit und staatlichem Einfluss. Dabei stehen Themen wie Familie, Schule und Studium, Beruf und Arbeit, Freizeit und Urlaub oder die gesellschaftliche Tätigkeit im Mittelpunkt. Die Objekte und ihre Geschichten ermöglichen eine Überprüfung, ob und wie der Staat auf das Leben der Menschen Einfluss nahm, wie der Alltag in der DDR gemeistert wurde.
noch bis zum 4. November 2018
Historisch gewachsene Hansestadt an der Mündung der Warnow, Handwerkerstadt, Industriestadt, Bezirkshauptstadt und Tor zur Welt der DDR, backsteingotischer Stadtraum, Sitz einer alten Universität und Mittelpunkt eines starken Bürgertums in der Vergangenheit. Modernes Zentrum an der südlichen Ostsee in der Gegenwart. Prägende Merkmale und Beschreibungen, was die Stadt war und ist, gab und gibt es für Rostock viele.
Mit dem Kulturhistorischen Museum Rostock besitzt die Stadt eines der großen kommunalen Museen im Norden Deutschlands. Das Haus öffnet mit der Sonderausstellung aus seinen eigenen Beständen, die mit ihren Exponaten die Geschichte von Stadt und Region auf beeindruckende Weise demonstrieren, sowie mit gezielten Leihgaben und Partnerschaften den Blick auf das Stadtjubiläum im Jahr 2018. Die von Generationen bewahrten Exponate erzählen bekannte und unbekannte Geschichten aus der Geschichte, Neues und längst Bekanntes auf neue Weise.
Die Ausstellung richtet Fragen an die Rostocker Geschichte. Sie schaut hinter die Kulissen einer Stadt und ihrer Bürger, erklärt, wovon sie lebten, wer sie regierte, woran sie glaubten, wo sie wohnten; fragt, wo sie herkommen und was sie prägte. Zu diesen und anderen Themen sucht die Ausstellung Antworten und versucht zu beschreiben, was Rostock ist.
Schlaglichtartig werden einzelne Themen sowie wichtige Ereignisse beleuchtet und vertieft. Im Mittelpunkt stehen ausgewählte Exponate der Kunst- und Kulturgeschichte als einmalige und beredte Zeugnisse für die Entwicklung der Stadt Rostock über „800 Jahre“.
30. November 2018 bis 28. April 2019
Seit jeher sind die Menschen von der Magie des glänzenden Goldes fasziniert. Schon vor mehr als 6.500 Jahren gab es an der Westküste des Schwarzen Meeres eine alte Kultur. Damals entdeckte ein Volk von Bauern in der Gegend von Varna die Bearbeitung von Kupfer und Gold.
Zunächst war es Kupfer, mit dem die Menschen die Körper ihrer verstorbenen Häuptlinge, Stammesältesten und Priester bedeckten. Aber schon bald gaben sie den Toten Gold in die Ewigkeit mit.
Mehr als 3.000 Goldobjekte und andere Grabbeigaben aus dem prähistorischen Varna wurden während einer archäologischen Grabung in den 1970er Jahren entdeckt. Die goldenen Grabbeigaben aus der Mitte des 5. Jahrtausends vor Christus gehören zu den ältesten bekannten Schmuckstücken der Welt.
Die Ausstellung „Das älteste Gold der Welt“ zeigt eine spektakuläre Auswahl aus den Grabfunden aus Gold, Kupfer und Ton und führt damit in die Welt einer der ältesten Kulturen der Welt und an den Beginn der Zivilisation. Die Funde wurden unter anderem bereits in Bulgarien, Japan, Kanada, Frankreich, Italien, Israel und den Niederlanden gezeigt. Nun kommt die Ausstellung des Archäologischen Museums Varna mit einem der spektakulärsten Goldfunde der Welt nach Rostock.
600 Jahre Universität Rostock
20. Juni 2019 bis 30. November 2019
Die älteste Hochschule Nordeuropas hat Grund zum Feiern. 2019 gilt es, 600 ereignisreiche Jahre Rostocker Universitätsgeschichte in einem würdevollen und ansprechenden Rahmen zu präsentieren. Die Universität Rostock und das Kulturhistorische Museum Rostock präsentieren dazu eine gemeinsame Ausstellung. Vor 600 Jahren begann die Geschichte der Rostocker Universität. Im Jahr 1419 wurde sie eröffnet. Die Hochschule in der Stadt ist eine der ältesten in Deutschland und war die erste in Nordeuropa. Die Ausstellung "Menschen - Wissen - Lebenswege. 600. Jahre Universität Rostock“. führt in die reiche Vergangenheit der Alma mater in der Stadt an der Warnow. Im Mittelpunkt stehen viele der mehr als 200.000 Menschen, die in den vergangenen Jahrhunderten bis heute dort gelernt, gelehrt und gearbeitet haben. Ihre Geschichte, Leistungen und Erfahrungen haben die Universität geprägt und sollen hier erzählt und präsentiert werden.
15. Dezember 2019 bis 22. März 2020
Der Schriftsteller Walter Kempowski setzte seiner Heimatstadt in den Romanen der Deutschen Chronik ein literarisches Denkmal. Umfangreiches Wissen, Sammlungen und Erinnerungen flossen ein in eine literarische Darstellung bürgerlichen Lebens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in einer norddeutschen Stadt. Die gemeinsame Ausstellung des Kulturhistorischen Museums Rostock und des Kempowski-Archivs Rostock ist ein willkommener Anlass, sich auf die Spuren der literarischen Arbeit des Schriftstellers zu begeben und der Arbeit auf dem Weg zu den erfolgreichen Romanen nachzuspüren.
Kuratorin: Dr. Kartrin Möller-Funck (Kempowski Archiv Rostock)
Eine Stadtgeschichte der künstlichen Beleuchtung
23. Juli 2020 bis 25. Oktober 2020
Von mittelalterlichen Kerzenhaltern bis zur modernen Stadtbeleuchtung - künstliches Licht bestimmte schon immer den Alltag der Menschen. Die Sonderausstellung im Kulturhistorischen Museum Rostock führt auf einen Rundgang durch hell erleuchtete Straßen und dunkle Gassen. Wir machen die Nacht zum Tag und werfen ein Schlaglicht auf ein facettenreiches Thema Rostocker Wirtschafts- und Technikgeschichte.
Kurator: Ullrich Klein
MECKLENBURGISCHE TRACHTEN VON WOLFGANG »WOLF« BERGENROTH (1893–1942)
Danz up de Deel: Kiekbusch, Schwedisch Quadrille, Schausterdanz und Windmöllerdanz hießen die Mecklenburgischen Bauerntänze. Die fast vergessenen Tänze erweckte die Turnlehrerin Marie Peters mit ihrer »Schweriner Mädchentanzgruppe« zu neuem Leben, entwarf ein Kostüm nach der landesüblichen Kleidung der ›Stubendirns‹– aber niemand nannte es >Dirndl<. Nichtsdestotrotz wurde die ›Marie-Peters-Tracht‹ bei Bäuerinnen und Bauern zwischen Lübeck, Ratzeburg und Schwerin immer beliebter und als Bauerntracht getragen.
Als Gymnasiast bewunderte der im westmecklenburgischen Parchim geborene Wolfgang Bergenroth die »Schweriner Mädchentanzgruppe« in ihren reizenden Trachten. Als Dekorations- und Kunstmalerlehrling zeichnete er Trachten aus Marie Peters' privater Sammlung, besonders schön die ›Dreistückmütz‹ - eine farbenprächtige Haube mit langen Bändern. Als Illustrator entwarf er für Marie Peters farbige Holzschnitte zu Mecklenburgischen Bauerntänzen. Die ›Trachten‹ ließen ihn nicht mehr los.
Ab 1924 lebte Bergenroth als freischaffender Maler und Illustrator in Rostock und war Mitglied der Vereinigung Rostocker Künstler. Gefragt waren seine Illustrationen für die Mecklenburgischen Monatshefte – meist zum Thema: Volkstracht. Den schmalen Grat, auf dem er wanderte, verließ er, als er in den 1930ern Großaufträge vom Wehr- und Heeresbauamt für Dekorationsmalerei ausführte: mecklenburgische Kasernen und Lazarette mit Erntefest- und Bauerntanzszenen schmückte. In seinem Kopf kreiste dabei immer der Plan für ein »großangelegtes mecklenburgisches Trachtenwerk«.
Das Bergenroth-Konvolut wird seit 1943 im Kulturhistorischen Museum Rostock bewahrt. Als einzigartiges Dokument diente es Ethnologen schon zur Rekonstruktion von verlorengegangenen mecklenburgischen Trachten. Nun wird dieses Zeitdokument zum ersten Mal in einer kunsthistorischen Sonderausstellung mit einer Vielfalt an Zeichnungen und Holzschnitten auch einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.
Kuratorin: Dr. Susanne Knuth
Eine Geschichte in Fotografien
Am 22. September 2020 jährt sich die Gründung des Klosters zum Heiligen Kreuz zum 750. Mal. Im Mittelalter lebten hier Nonnen nach der Regel des Zisterzienserordens. 1586 wurde es evangelisches Damenstift für Konventualinnen aus gut situierten Familien der Stadt. Das Kloster wurde 1920 offiziell geschlossen. Die letzte Stiftsdame trat aber noch 1948 ein und starb 1981. Heute ist das Kloster Museum und nicht nur der älteste erhaltene Gebäudekomplex in Rostock, sondern auch eines der bedeutendsten Baudenkmäler der Stadt.
Das Kulturhistorische Museum Rostock nimmt das 750. Jubiläum der Gründung dieser bedeutenden historischen Einrichtung zum Anlass für eine Ausstellung.
Ab sofort zeigt das Museum eine Ausstellung zur Geschichte des Klosters. Während Kirche und Klosterhof seit dem 19. Jahrhundert immer wieder auf Fotografien abgebildet wurden, sind historische Aufnahmen der Innenräume selten. Die Ausstellung illustriert mit einer Auswahl rarer, zum großen Teil noch nie gezeigter Fotografien die Geschichte aus der Zeit zwischen 1860 und 1965 von Kloster und Konvent. Im Mittelpunkt stehen historische Fotografien des Klosters und seiner Kirche, bevor diese zur Universitätskirche und zum Museum gebaut wurden, sowie seiner Bewohnerinnen.
Rostocker Unternehmen und ihre Produkte aus 200 Jahren
8. Oktober 2021 bis 30. Januar 2022
Spielkarten aus der Tiedemannschen Steindruckerei, Liköre von Kranstöver oder Jeanshosen vom VEB Jugendmoden Shanty - Rostocker Produkte verkauften sich weit über die Stadtgrenzen hinaus. Manche wurden internationale Erfolgsgeschichten. Die Sonderausstellung „Made in Rostock“ erkundet die lebendige Tradition der Rostocker Wirtschaftswelt und zeigt Erfindungen und Bestseller aus 200 Jahren Stadtgeschichte.
Ein Dialog zwischen Material, seinen Zeitspuren und der Kunst
25. August 2021 bis 31. Oktober 2021
37 Künstlerinnen und Künstler aus 5 Ländern ließen sich von den ehemaligen Schieferplatten vom Dach der Eisenbahnremise am Fährhafen in Gedser inspirieren. Eingeladen wurden sie zu diesem Experiment vom Metallbildhauer Bernard Misgajski. Er hatte das Potential dieser Platten für die Kunst entdeckt und suchte nach eigenwilligen Bildkompositionen, die in 130 Jahren durch Ablagerungen, Wind und Wetter entstanden waren. Diese "Schieferbilder", einst abgebaut in den Schiefergruben von Wales und auf dem Seeweg nach Gedser gebracht, fasste er im Format 24 X 19,5 cm in Stahlrahmen.
Das Nebeneinander dieser Zeitspuren auf einem jahrmillionen alten Gestein und die vielgestaltigen Adaptionen im gleichen Format durch die Künstlerinnen und Künstler laden zum Miterleben der Metamorphose eines Materials ein.
Ein Filmessay über den Initiator Bernard Misgajski von Gudrun Brigitta Nöh und Andrea Köster sowie ein umfangreicher Katalog ergänzen die Ausstellung.
Ein Begleitprogramm aus Künstler_innengesprächen, Lesungen und Vorträgen regt zu neuen Sichten auf ein altes Gestein und die künstlerische Auseindersetzung mit dem spröden Material an.
Die Entstehung der Ausstellung wurde von der Hansestadt Rostock, der Partnergemeinde Guldborgsund, dem Vorpommern-Fonds sowie zahlreichen Sponsoren ermöglicht.