15. November bis 21. Februar 2027
Ausstellungseröffnung 14. November 2026
Wo hört die Freiheit des Einzelnen auf, wo beginnt die Verantwortung für die Gemeinschaft? Und wer entscheidet eigentlich, was sich gehört? Die Sonderausstellung „Ordnung muss sein!? Eine Stadtgeschichte der Regeln und Verbote“ im Kulturhistorischen Museum Rostock lädt dazu ein, vermeintliche Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen. Sie zeigt wie Regeln und Verbote das Leben in Rostock über Jahrhunderte geprägt haben – und was ihre Geschichte über unsere Gesellschaft heute verrät.
Ob strenge Kleiderordnungen, komplizierte Tischsitten oder staatliche Eingriffe in das Privatleben: Was zu einer bestimmten Zeit als notwendig, anständig oder verboten galt, konnte sich grundlegend wandeln. Im historischen Rostock regelten städtische Verordnungen nahezu alle Lebensbereiche. Sie bestimmten, wie viel Luxus erlaubt war, wann gefeiert werden durfte und wie sich die Menschen zu kleiden hatten. Dabei ging es nicht nur um Ordnung und Sicherheit, sondern auch um Frömmigkeit, wirtschaftliche Interessen und die Festigung gesellschaftlicher Rangordnungen. Während wohlhabende Kaufleute und Ratsherren sich mehr leisten durften, galten für andere strengere Grenzen.
In der Ausstellung sind historische Originaldokumente, Fotografien, Textilien und interaktive Stationen zu sehen, welche die Geschichte der Regeln anschaulich machen und zum Entdecken einladen. Dabei schlägt die Ausstellung immer wieder eine Brücke in die Gegenwart: Ist die Jogginghose im Museum angemessen? Wie verändern sich Moralvorstellungen? Und wie finden wir heute die Balance zwischen notwendigen Regeln und individuellen Freiheiten?



„Regeln sind weit mehr als Vorschriften auf Papier. Sie spiegeln die Werte und Machtverhältnisse ihrer Zeit, können Menschen schützen, aber auch ausgrenzen und unterdrücken.“ betont Svenja Gierse. „Gleichzeitig zeigt die Geschichte, dass Regelbrüche gesellschaftlichen Wandel anstoßen können. Wir möchten dazu einladen, die eigene Vorstellung von Ordnung zu hinterfragen und darüber ins Gespräch zu kommen“, fügt Ullrich Klein hinzu.
Die Ausstellung macht deutlich: Regeln sind menschengemacht und niemals unveränderlich. Ihre Geschichte ist deshalb auch eine Geschichte gesellschaftlicher Aushandlung – und der Freiheit, über Ordnung und Verbote offen zu diskutieren. Regelmäßig stattfindende Donnerstagsführungen um 17:00 Uhr bereichern die Sonderausstellung und bieten die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen.
Öffentliche Führungen
donnerstags um 17 Uhr
19.11 | 03.12. | 10.12. | 17.12.2026
07.01. | 14.01. | 21.01. | 28.01. | 04.02. | 11.02. | 18.02.2027
sonntags um 11 Uhr mit dem Team des Kuratoriums
15.11.2026 & 21.02.2027
Kuratiert von den wissenschaftlichen Mitarbeitenden Svenja Gierse und Ullrich Klein.

© Kulturhistorisches Museum Rostock